Blickpunkt Österreich: Arbeitszeit – ist weniger wirklich mehr?

Matthias REITH 06. MAI 2024 06:32 MESZ

Arbeitnehmer:innen in Österreich arbeiteten 2023 im Schnitt 29,9 Stunden pro Woche – gut eine Stunde weniger als vor Corona. Der Rückgang der Wochenarbeitszeit ist kein europäisches Phänomen, sondern ein österreichisches Problem. Würden alle Arbeitnehmer:innen in Österreich im selben Ausmaß arbeiten wie vor der Pandemie (mehr Überstunden, weniger Teilzeit), würden daraus ca. 140 Tsd. zusätzliche Vollzeitstellen resultieren. Diese fehlen vielleicht nicht jetzt, sicher aber im nächsten Aufschwung. Die „hausgemachte Angebotsverknappung“ kann den „Österreich-Aufschlag“ bei den Lohnanstiegen bzw. der Inflation dauerhaft höher ausfallen lassen als in frühen Jahren – mit entsprechenden Implikationen für die Wettbewerbsfähigkeit. Insofern kommt die steigenden „Freizeitpräferenz“ gekoppelt mit der Inflationskrise aus wirtschaftlicher Sicht zu Unzeiten.

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Blickpunkt Fed: Konstante Leitzinsen, langsamerer Bilanzabbau

Franz ZOBL 02. MAI 2024 07:17 MESZ

Die Fed beließ die Leitzinsen unverändert bei 5,25 bis 5,5 %. Eine Zinssenkung steht nicht unmittelbar bevor, da die jüngsten Datenveröffentlichungen das Vertrauen der Fed in die Rückkehr zur Preisstabilität nicht gestärkt haben. Eine weitere Anhebung der Leitzinsen stand jedoch nicht zur Diskussion. Die Fed beschloss das Tempo des Bilanzabbaus (QT) ab Juni zu verlangsamen. Ein schrittweises Vorgehen soll die Risiken von Finanzmarktturbulenzen aufgrund einer Verknappung der Zentralbankliquidität begrenzen. Treasury Renditen gingen in Folge der Fed-Sitzung zurück und der US-Dollar schwächte sich ab.

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Blickpunkt Österreich: Konjunkturelles Frühlingserwachen

Matthias REITH 30. APRIL 2024 11:27 MESZ

Nach dem konjunkturell schwierigen Jahr 2023 hat die österreichische Konjunktur zu Jahresbeginn gemäß heute veröffentlichter Wifo-Schnellschätzung wieder Tritt gefasst (BIP in Q1: +0,2 % p.q.). Während sich die Baurezession fortgesetzt hat und auch von der Industrie keine Unterstützung kam, waren es privater Konsum bzw. konsumnahe Dienstleistungen, die für das Lebenszeichen der österreichischen Wirtschaft verantwortlich sind. Die konsumgetriebene Erholung sollte sich im Jahresverlauf fortsetzten, allerdings dürfte auf das konjunkturelle Frühlingserwachen kein heißer Konjunktursommer folgen, sondern lediglich ein Aufschwung mit „angezogener Handbremse“. Und das ist durchaus als „Preis der Inflation“ anzusehen.

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Perspektiven: 20 Jahre EU & Zentraleuropa, Fort- & Rückschritte plus Wendungen

Gunter DEUBER 22. APRIL 2024 05:13 MESZ

Die EU-Osterweiterung nach Mitteleuropa (CE, 2004) ist makroökonomisch ein Erfolg. Das gilt trotz einiger Wendungen und Neuausrichtungen. Der boomende Handel und substanzielle Direktinvestitionen (ADI) haben einen anhaltenden Aufholprozess gegenüber Westeuropa begünstigt. Im Bankensektor sind die Aufholtrends vielschichtiger. DIE "Konvergenzgewinner" sind in Summe (makroökonomisch, Bankensektor) vermutlich Tschechien und die Slowakei. Interessanterweise verfolgten beide Länder sehr unterschiedliche Strategien, bei basaler Ähnlichkeit. Heimische Banken sind in CE eine dominierende Kraft (Marktanteil 25 %). In Zukunft könnte die CE-Region von erzielten Erfolgen und aktuellen geo-ökonomischen Trends profitieren – wenn es gelingt, sich nicht in eine eigene Ecke zu stellen.

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Fokus Immobilien: Von Feldkirch bis Neusiedl - Die Bezirke Österreichs im Blick

Fabian BLASCH 19. APRIL 2024 06:54 MESZ

Die Immobilienmärkte der einzelnen Bundesländer & Bezirke mögen Gemeinsamkeiten haben, am Ende des Tages ist kein regionaler Markt wie der andere. „Leistbarkeit“ ist das Thema Nr. 1 - günstigere und damit leistbarere Bezirke haben sich in Zeiten hoher Zinsen daher besser geschlagen als die teuren Pflaster Österreichs. Bedeutungslos sind die anderen fundamentalen Rahmenbedingungen aber auch dieser Tage nicht. Vielmehr stellen hohes Bevölkerungswachstum und knappes Angebot sowie eine herausragende Bedeutung des Tourismus „mildernde Umstände“ dar. In Teilen Niederösterreichs sowie Kärntens ist der Preisrückgang bisher am geringsten ausgefallen oder sogar ausgeblieben, während die Vorarlberger Bezirke zu den österreichweiten Schlusslichtern gehören. Auch 2024 dürfte die preisliche Schere innerhalb Österreichs kleiner werden. Allerdings sollten die Jahre 2022, 2023 und 2024 nicht als Auftakt zu einer langfristigen Preiskonvergenz innerhalb Österreichs gesehen werden.


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Blickpunkt Fed: Hohe Inflation verzögert Zinssenkungen

Franz ZOBL 16. APRIL 2024 10:04 MESZ

Die über den Erwartungen liegenden US-Inflationszahlen für März haben die Hoffnungen auf eine baldige Disinflation zunichte gemacht. Dies hat Auswirkungen auf die Fed und die Finanzmärkte. Während wir davon ausgehen, dass der mittelfristige Disinflationstrend intakt bleibt, scheint eine baldige Abkühlung der Inflationsdynamik, die eine Zinssenkung im Juni noch retten könnte, außer Reichweite zu sein. Wir gehen nun davon aus, dass die Fed die Leitzinsen im September senken wird, dass US-Treasury Renditen kurzfristig hoch bleiben, bevor sie mittelfristig sinken, und dass der US-Dollar nicht nur durch einen divergierenden Kurs der Fed zur EZB, sondern auch durch geopolitische Risiken gut unterstützt bleibt.

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Raiffeisen Research Podcast #6: Geopolitik, Markt- & Zinsupdate, RBI@Zürs

Gunter DEUBER 15. APRIL 2024 22:01 MESZ

Geopolitik, Zins- und Aktienmärkte, was bei der RBI Investorenkonferenz in Zürs los war und über welche Kanäle geopolitische Risiken auf Firmen und Investoren wirken ... mehr zu diesen Themenkreisen im aktuellen Raiffeisen Research Podcast #6 (Rubrik Podcast im Auswahlmenü).

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